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Bayer Vital GmbH - Sun Feb 05 14:23:05 CET 2012
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Die Überaktive Blase

Typische Beschwerden der Überaktiven Blase sind häufiger, starker Harndrang, auch nachts, und eventuell auch ungewollter Harnverlust (Inkontinenz). Zugrunde liegt ihr ein Zusammenziehen des großen Muskels der Harnblasenwand (Musculus Detrusor).

Häufigkeit der Überaktiven Blase

Mehr als jeder sechste Erwachsene über 40 Jahre in Europa leidet unter dem Syndrom der Überaktiven Blase. Dabei betrifft diese chronische Erkrankung sowohl Frauen als auch Männer. Allerdings leiden deutlich mehr Frauen unter einer Dranginkontinenz, d.h. einem ungewollten Harnverlust. Bei den Männern liegt oft nur ein häufiger und starker Harndrang ohne Harnverlust (Inkontinenz) vor.

Viele Patienten leiden monate- oder jahrelang unter den Beschwerden, da sie sich scheuen über dieses heikle Thema zu reden. Oder sie glauben, bei Inkontinenz handle es sich um eine normale Alterserscheinung, mit der man leben müsse. Dies ist falsch: Die Überaktive Blase ist eine Krankheit und sie kann behandelt werden, wenn Sie den ersten Schritt machen, mit Ihrem Arzt darüber zu sprechen.

Definition der Überaktiven Blase

Das Syndrom der Überaktiven Blase ist ein Symptomkomplex aus imperativem (nicht zu unterdrückendem) Harndrang, der mit Harnverlust (Dranginkontinenz) einhergehen kann (aber nicht muss) und der normalerweise von erhöhter Miktionsfrequenz (häufigerem Harnlassen) und/oder nächtlichem Wasserlassen (Nykturie) begleitet wird.

Dem Syndrom der Überaktiven Blase liegt eine Übererregbarkeit des Blasenwandmuskels (Musculus Detrusor) zugrunde. Normalerweise ist dieser Muskel in der Füllungsphase der Harnblase entspannt und verkürzt (kontrahiert) sich erst bei der gewollten Blasenentleerung (Miktion).

Bei Patienten mit einer Überaktiven Blase zieht sich der Muskel bereits während der Blasenfüllung zusammen. Dadurch werden die typischen Beschwerden ausgelöst.

Symptome der Überaktiven Blase

  • Imperativer Harndrang
    Imperativer Harndrang ist ein überfallartiger, plötzlich auftretender, zwingender Drang, Urin lassen zu müssen, der nur mit Mühe unterdrückt werden kann.
  • Erhöhte Miktionsfrequenz (Pollakisurie) heißt, dass die Patienten zu häufig Urin lassen müssen (>8 x in 24 Std.).
  • Nykturie bedeutet, dass die Patienten nachts ein- oder mehrere Male aufstehen müssen, um Wasser zu lassen.
  • Dranginkontinenz
    Dranginkontinenz ist gekennzeichnet durch unfreiwilligen Urinverlust – verbunden mit imperativem Harndrang – oder unmittelbar nach dem Auftreten von imperativem Harndrang.

Ursachen der Überaktiven Blase

  • Oftmals kann keine ursächliche Erkrankung für die Überaktivität der Blase gefunden werden.
  • Aber auch häufige Harnwegsinfekte, Blasenauslass-Störung oder Blasensteine können zu einer Überempfindlichkeit der Dehnungsrezeptoren in der Blasenwand führen. Dadurch wird zu früh das Signal "Blase voll" an das Gehirn geleitet.
  • Bei einigen neurologischen Erkrankungen, zum Beispiel Schlaganfall, Alzheimer, Parkinson, Multiple Sklerose, kann die Gehirnschädigung zu einer Inkontinenz führen. Diese Ursachen müssen von Ihrem Arzt ausgeschlossen werden.
  • Gleiches gilt für Stoffwechselstörungen wie z.B. Diabetes

Andere Formen der Inkontinenz

Es gibt auch andere Formen der Inkontinenz, die zu unfreiwilligem Harnverlust führen können. Die richtige Diagnose stellt der Arzt.

  • Stress- oder Belastungsinkontinenz
    Stress- oder Belastungsinkontinenz bedeutet unfreiwilligen Urinverlust bei körperlicher Anstrengung oder Anspannung wie z.B. Niesen und Husten.
  • Mischinkontinenz
    Mischinkontinenz ist ein unfreiwilliger Harnverlust, der einerseits mit akutem Harndrang verbunden ist, aber auch bei körperlicher Anstrengung wie vor allem Heben von schweren Gegenständen, Husten und Niesen auftritt.
  • Überlaufinkontinenz
    Harninkontinenz infolge einer Unteraktivität des Detrusormuskels oder einer Obstruktion des Blasenhalses oder der Harnröhre; die Blase kann nicht vollständig entleert werden und wird zu voll. Ein typisches Symptom der Überlaufinkontinenz ist ein kontinuierliches Harnträufeln. Die International Continence Society rät von einer Verwendung dieses Begriffs ab und favorisiert eine Beschreibung, welche die Ursache des chronischen Harnverhalts oder die genaue zugrunde liegende Störung (z. B. Blasenhalsobstruktion) umfasst.

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