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Bayer Vital GmbH - Fri Sep 03 19:48:02 CEST 2010
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Acetylcholin
Ein chemischer Stoff, der die Muskelkontraktion in der Harnblase stimuliert und so zur Blasenentleerung führt.

Adrenerg
Bezieht sich auf Nervenzellen, die Norepinephrin als Neurotransmitter verwenden.

Adrenerge Rezeptoren
Proteine, die durch Norepinephrin und/oder Epinephrin und verschiedene Arzneimittel aktiviert werden können. Die Stimulation dieser Rezeptoren führt häufig zur Kontraktion oder Entspannung von Muskeln.

Äußerer Schließmuskel der Harnröhre
Muskelfasern, welche die Harnröhre umschließen und sich zusammenziehen oder entspannen, um den Ausfluss von Harn zu verhindern bzw. die Harnröhre zur Blasenentleerung zu öffnen.

Afferent
Nach innen führend, in der Regel zum ZNS (Gehirn und Rückenmark).

Antagonist
Eine Substanz, welche die Aktivität einer anderen Substanz aufhebt, wie zum Beispiel bei Arzneimittelwirkstoffen, die an Zellrezeptoren binden, ohne eine biologische Reaktion auszulösen.

Autonomes Nervensystem
Reguliert Schlüsselfunktionen wie die Aktivität von Herzmuskel, glatten Muskeln (z. B. Darm) und Drüsen.

Axon
Der Teil der Nervenzelle, der den Nervenimpuls vom Zellkörper weitergibt.

Bandscheibenkompression
Bei einem Bandscheibenvorfall kommt es zu einer Kompression von Rückenmarksnerven in den Wirbelzwischenräumen im Bereich L4-L5 oder L5-S1. Eine Folge dieser Art der Rückenmarkskompression ist ein schmerzloser Harnverhalt.

Benigne Prostatahyperplasie (BPH)
Nicht kanzeröse bzw. gutartige Vergrößerung der Prostata, häufig bei älteren Männern. Bei der BPH kann die Prostata auf die Harnröhre drücken. Dies führt zu einer Behinderung des Harnflusses und häufigerem Wasserlassen.

Blasenentleerung
Entleeren der Blase; Wasserlassen.

Blasenhals
Die Stelle, an der Blasen- und Harnröhrenöffnung zusammentreffen.

Bowman-Kapsel
Eine kleine, becherförmige, den Glomerulus (Netzwerk von Kapillaren) im Nephron umgebende Struktur.

Cholinerge Nervenfasern
Stellen im Nervensystem, an die Acetylcholin bindet und wo es aktiv ist.

Chronischer Harnverhalt
"Überlaufinkontinenz". Dieser Begriff wird nicht zur Charakterisierung vorübergehender Miktionsstörungen verwendet.

Cortex
Äußere Schicht der Nieren.

Dehnungsrezeptor
Neurorezeptor, der auf mechanische Reize wie Spannung, Druck oder Verdrängung reagiert.

Denervierung
Verlust der Nervenversorgung.

Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie
Dissoziation der koordinierten Muskelaktivität zwischen den Schließmuskeln; bezieht sich gewöhnlich auf die unwillkürliche Kontraktion des glatten oder des quergestreiften Schließmuskels.

Detrusormuskel
Der glatte Muskel in der Blasenwand, dessen Kontraktionen zur Ausscheidung von Harn führt.

Dranginkontinenz
Harninkontinenz, der ein plötzlicher unkontrollierbarer Drang zum Wasserlassen vorangeht.

Efferent
Vom ZNS (Gehirn und Rückenmark) nach außen oder weg führend.

Epithel
Eine Gewebsschicht, welche die Körperoberflächen überzieht oder die innere Oberfläche einer Körperhöhle, Röhre oder eines Hohlorgans auskleidet.

Fibrotisch
gekennzeichnet durch Fibrose, Bildung von faserigem Bindegewebe während einer Gewebsreparatur oder infolge einer Reaktion (d.h., keine normale Bildung von fibrösem Gewebe).

Filtration
Das Durchlaufen von Flüssigkeit durch ein Filtersystem. Die Nieren filtern Abfallstoffe und Wasser aus dem Blut.

Flaccidus
Nicht fest, schlaff.

Glomerulus
Ein in die Bowman-Kapsel eingestülptes Kapillarknäuel am Anfang jedes Nierenkanälchens.

Harninkontinenz
Unwillkürlicher Harnabgang infolge einer gestörten Blasenkontrolle.

Harnleiter
Eine Röhre, welche den Harn von den Nieren zur Harnblase weiterleitet.

Homöostase
Zustand eines Gleichgewichts im Körper, der sich in einem reibungslosen Ablauf physischer und chemischer Prozesse äußert.

Hypertrophie
Vergrößerung eines Organs oder des Volumens infolge einer Zunahme von Zellvolumen oder Gewebe.

Innerer Schließmuskel der Harnröhre
Muskelfasern an der Verbindungsstelle von Harnleiter und Harnblase, die sich zusammenziehen und entspannen, um den Austritt von Harn zu verhindern bzw. die Harnröhre zur Blasenentleerung öffnen.

Innervieren
Ein Organ mit Nerven versorgen.

Intravesikal
In einer Blase, insbesondere der Harnblase.

Kontinenz
Das Zurückhalten (Retention) von Urin und/oder Stuhl bis zur normalen Ausscheidung.

Kontraktion
Verkürzung oder Reduktion; Aufbau von Spannung eines Muskels.

Medulla
Weicher, markähnlicher Anteil im Zentrum der Niere.

Miktion
Wasserlassen.

Miktionsreflex
Kontraktion und Entspannung der Harnblase, die zur Entleerung führen.

Mischinkontinenz
Mischinkontinenz ist ein unfreiwilliger Harnverlust, der einerseits mit akutem Harndrang verbunden ist, aber auch bei körperlicher Anstrengung wie vor allem Heben von schweren Gegenständen, Husten und Niesen auftritt.

Multisystematrophie
Die früher als Shy-Drager-Syndrom bezeichnete Beschwerde ist gekennzeichnet durch eine Schädigung autonomer Nerven. Sie betrifft hauptsächlich Männer mittleren Alters und führt zu vermehrtem Wasserlassen und Harndrang.

Muskarinrezeptoren
Angriffspunkte von Acetylcholin in der Harnblase. Die muskarinergen Rezeptoren lösen die Muskelkontraktion und die Blasenentleerung aus.

Muzinös
Auf Muzin (zäher Schleim) bezogen oder aus Muzin bestehend; ein kohlehydratreiches, im Speichel vorliegendes Protein, das einen schützenden, öligen Film in den Auskleidungen der Körperhöhlen bildet.

Nebenniere
Die am oberen Pol der Niere gelegene Drüse sezerniert Adrenalin (oder Epinephrin), ein potentes Neurohormon, das auf alpha- und beta-adrenerge Rezeptoren wirkt.

Nephrone
Funktionale Einheiten der Niere, welche das Blut filtern.

Neurogene Blase
Jede Form der Blasenfunktionsstörung infolge einer Störung des Nervensystems.

Neuropathie
Jede Störung oder Beeinträchtigung des Nervensystems.

Neurotransmitter
Ein Molekül im Nervensystem, das ein Signal aufrechterhält und Muskeln oder Nerven stimuliert.

Nierenarterie
Ein großes Blutgefäß, das Blut in die Nieren transportiert, wo dann Abfallprodukte des Stoffwechsels herausgefiltert werden.

Nierenbecken
Der Kernbereich der Nieren; Einmündung von Blutgefäßen und Harnleitern.

Nierenkanälchen
Einer der beiden Hauptbestandteile des Nephrons (zusammen mit den Nierenkörperchen), in denen die nachfolgende Harnproduktion (Rückresorption und Sekretion) stattfindet.

Nierenkelche
Kleine, im Nierenbecken gelegene Kammern. Nierenkelche nehmen Urin aus den Papillen auf und leiten ihn an die Harnleiter weiter.

Nierenkörperchen
Einer der beiden Hauptbestandteile des Nephrons (zusammen mit den Nierenkanälchen), in denen die Harnbereitung mit der Filtration beginnt.

Nierenpyramiden
Streifungen, die aus dem inneren Bereich der Niere Abschnitte zu bilden scheinen. In jeder Niere befinden sich zwischen 10 und 15 dieser Pyramiden.

Nierenvene
Ein großes Blutgefäß, das gefiltertes Blut aus den Nieren zurück in den Blutkreislauf transportiert.

Norepinephrin
Ein wichtiger Neurotransmitter des sympathischen Nervensystems.

Papille
Die Papillen befinden sich im äußersten medialen Anteil der Nierenpyramiden (an der Schnittstelle von Nierenmark und Nierenbecken). Papillen leiten Urin aus den Sammelkanälchen in die Nierenkelche.

Parasympathisches Nervensystem
Der Teil des autonomen Nervensystems, der eine Reihe viszeraler Funktionen reguliert, gewöhnlich ein Zielorgan zur Zeit.

Peripher
In der Peripherie, am Rand gelegen oder sich darauf beziehend; bei der Beschreibung von Nerven bezieht sich peripher auf die Nerven, die nicht zum zentralen Nervensystem (ZNS, Gehirn oder Rückenmark) gehören.

Peristaltik
Unwillkürliche Kontraktionen der Wände eines Hohlorgans (z. B. Ösophagus, Darm), die eine Substanz durch diese Struktur hindurchtreiben. Im Harnwegssystem wird Harn über die Peristaltik durch die Harnleiter in die Harnblase transportiert.

Peritoneum
Die seröse Haut, welche die Wand der Bauchhöhle auskleidet und die inneren Bauchorgane überzieht.

Prolaps
Abnorme Lage eines Organs oder Organteils infolge einer gestörten Unterstützung durch andere Strukturen; ein Prolaps des Uterus spielt bei Frauen mit überaktiver Blase eine besondere Rolle.

Prostatektomie
Vollständige chirurgische Entfernung der Prostata.

Reflux
Rückfluss

Rezeptor
Ein Eiweißmolekül an der Zelloberfläche, das an spezifische Stoffe wie zum Beispiel Hormone oder Arzneimittelwirkstoffe bindet.

Rückresorption
Die Wiederaufnahme von Substanzen aus den Nierenkanälchen in die sie umgebenden Kapillaren.

Rugae
Gewebefalten; Einfaltungen.

Sekretion
Der Vorgang, bei dem Substanzen aus dem Blut gefiltert und in den Harn geleitet werden.

Serös
Auf Serum bezogen oder aus Serum bestehend; der klare, wässrige Anteil des Speichels.

Somatisches Nervensystem
Kontrolliert sensorische Organe über die Skelettmuskulatur. Die meisten willkürlichen Bewegungen werden über das somatische Nervensystem gesteuert.

Stress- oder Belastungsinkontinenz
Stressinkontinenz bedeutet unfreiwilligen Urinverlust bei körperlicher Anstrengung oder Anspannung, wie z.B. Niesen und Husten.

Submukosa
Die Gewebsschicht unter einer Mukosa; in der Harnblase verbindet die Submukosa das Epithel locker mit dem Detrusormuskel.

Sympathisches Nervensystem
Der Teil des autonomen Nervensystems, der physiologisch einen Alarmzustand herstellt (die „fight-or-flight”-Reaktion), zum Beispiel eine erhöhte Herzfrequenz in Gefahrensituationen.

Synapse
Stelle im Nervensystem, an der eine chemische Reaktion abläuft und Aktivitäten oder Bewegungen auslöst.

Syndrom der überaktiven Blase
Charakterisiert durch imperativen bzw. unkontrollierbaren Harndrang, mit oder ohne Dranginkontinenz, gewöhnlich in Verbindung mit vermehrtem und nächtlichem Wasserlassen.

Trigonum
Eine glattes, dreieckiges, von den Harnleitern und der Harnröhre begrenztes Feld auf der inneren Oberfläche der Harnblase.

Überlaufinkontinenz
Harninkontinenz infolge einer Unteraktivität des Detrusormuskels oder einer Obstruktion des Blasenhalses oder der Harnröhre; die Blase kann nicht vollständig entleert werden und wird zu voll. Ein typisches Symptom der Überlaufinkontinenz ist ein kontinuierliches Harnträufeln. Die International Continence Society rät von einer Verwendung dieses Begriffs ab und favorisiert eine Beschreibung, welche die Ursache des chronischen Harnverhalts oder die genaue zugrunde liegende Störung (z. B. Blasenhalsobstruktion) umfasst.

Urämie
Ein Überschuss an Harnstoff, Stickstoff und anderen Abfallprodukten des Stoffwechsels im Blut.

Ureterovesikale Verbindung
Verbindung zwischen Blasenhals und Harnröhre.

Zentrales Nervensystem
Gehirn und Rückenmark.

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