Wenn Sie sich Ihrem Arzt mit Ihren Beschwerden anvertraut haben, entscheidet dieser über die beste Vorgehensweise und Therapie. Bei der medikamentösen Therapie der Überaktiven Blase wird sich Ihr Arzt vermutlich für Anticholinergika entscheiden. Das sind sogenannte antimuskarinerge Substanzen und diese sind heutzutage der Goldstandard in der Therapie der Überaktiven Blase.
Wirkprinzip
Das Wirkprinzip, das diesen antimuskarinergen Medikamenten zugrunde liegt, ist ein sogenannter Rezeptor-Antagonismus. Darunter versteht man, dass das Medikament eine bestimmte Andockstelle ( Rezeptor) an der Muskulatur blockiert. Dadurch kann ein körpereigener Überträgerstoff dort seine Wirkung nicht mehr entfalten. Im Falle der Überaktiven Blase bedeutet dies, dass durch eine Blockierung an der Blasenmuskulatur die Signale des Gehirns zum Verkürzen des Muskels nicht mehr wirken können. In der Folge bleibt die Blase entspannt und der vorzeitige Harndrang tritt nicht auf.
Nebenwirkungen
Allerdings existieren im menschlichen Körper solche passenden Andockstellen nicht nur in der Blase, sondern vor allem auch im Gehirn, Herz, Magen-Darm-Trakt und den Speicheldrüsen. Diese Rezeptoren sind zwar leicht verschieden voneinander (Subtypen), können aber durch die Medikamente trotzdem blockiert werden. Die Folge sind unerwünschte Nebenwirkungen, wie Gedächtnisstörungen, Herzrasen, Sehstörungen, Verstopfung oder Mundtrockenheit. Diese Nebenwirkungen schränken den Nutzen der Medikamente leider etwas ein. Ideal wäre deshalb ein Wirkstoff, der gezielt an den Rezeptoren der Blasenmuskulatur wirkt, ohne die anderen Organe wie Herz und Gehirn zu beeinflussen.
Fragen Sie Ihren Arzt nach einem für Sie geeigneten Medikament.